Fachberatung - Kleingartenbauverein e.V. Bad Homurg v.d.H

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Fachberatung


Eine Grundausbildung zum Vereins-Fachberater/zur Vereins-Fachberaterin beim LHK dauert insgesamt 20 Monate, schließt mit einer Prüfung ab und ist nicht als Fortbildungsseminar für bereits ausgebildete Fachberater/innen geeignet.

Die Ferienzeiten sind im Ausbildungsplan berücksichtigt. Jeden Monat wird - je nach Thema - ein Seminar-Block (Module) über einen halben Tag am Samstag (vier Stunden) stattfinden. 17 Module finden in Frankfurt am Main und drei Module bei der Hessischen Gartenakademie in Geisenheim statt.

Dieser Fachberatergrundlehrgang, beinhaltet alle notwendigen Themen wie Bodenbeschaffenheit, Schnittmaßnahmen bis hin zu Schädlingsbildern und Pflanzenschutz. Außerdem sind zwei Seminarblöcke für Rhetorik aufgenommen worden.

Diese Fachberatergrundausbildung soll keine Konkurrenz zu unseren Mitgliedsverbänden darstellen, die eine eigene Fachberaterausbildung durchführen. Wir wollen hiermit insbesondere den StuK-Verbänden/-gruppen helfen, die keine eigene Fachberaterausbidung durchführen können.

Gleichzeitig weisen wir nochmals darauf hin, dass von den Teilnehmer/innen erwartet wird, dass sie nach bestandener Prüfung ihrem Kleingärtnerverein als Fachberater/innen zur Verfügung stehen, ihr erworbenes Wissen an die Vereinsmitglieder weitergeben und sie fachlich beraten.
Bitte sprechen Sie deshalb vor einer Anmeldung mit Ihrem Vereinsvorstand.


Grundsätzliches zur Fachberatung und Wertermittlung

Die Gartenfachberatung ist eine gesetzliche und satzungsgemäße Verpflichtung für jeden Kleingärtnerverein und damit von außerordentlicher Bedeutung für den Nachweis der Gemeinnützigkeit jeder Kleingärtnerorganisation.
§ 2 Abs. 1 BKleingG bestimmt u. a. „Eine Kleingärtnerorganisation wird von der zuständigen Landesbehörde als gemeinnützig anerkannt, wenn sie im Vereinsregister eingetragen ist, sich der regelmäßigen Prüfung der Geschäftsführung unterwirft und wenn die Satzung bestimmt, dass die Organisation ausschließlich oder überwiegend die Förderung des Kleingartenwesens sowie die fachliche Betreuung ihrer Mitglieder bezweckt.

Aufgaben der Fachberater/Innen sind u. a.
- Beratung von Vereinsmitgliedern in fachlichen Fragen der         
Einrichtung und naturnahen Bewirtschaftung ihrer Gärten
- Information über naturgemäßes und umweltbewusstes Gärtnern
- Wertermittlung bei Pächterwechsel und Erarbeitung notwendiger Auflagen
- Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen und der Weiterbildung in gärtnerischen und auch kleingartenrechtlichen Fragen
- Durchführung der notwendigen fachlichen „Belehrungen“ der Kleingärtner.
- Durchführung von Fachvorträgen.
- Sie stehen dem Vorstand zur Beratung in fachlichen Fragen zur Verfügung
- Etc...

(Quelle: Auszug aus Handbuch LHK, Ausgabe 2011)

Die Ausbildung zur Fachberater/In wird vom Landesverband Hessen der Kleingärtner in Frankfurt am Main regelmäßig in Form von Wochenendkursen angeboten. Beginn des nächsten Ausbildungs-Zyklus Frühjahr 2012.

Wertermittlung

Mitte 1999 wurde eine Neufassung der Wertermittlungsrichtlinie und Grundsätze der         Wertermittlung von Aufwuchs, Baulichkeiten und sonstigen Einrichtungen in Kleingärten vom   Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt und im Staatsanzeiger für das Land Hessen veröffentlicht, gültig im Bereich des Landesverbandes Hessen der Kleingärtner e.V.

Zielsetzung ist, dass keine ungerechtfertigte Bereicherung stattfindet und der Übernehmende   nicht übervorteilt wird. Seit Anfang 2000 haben die Wertermittler/innen nach dieser Richtlinie in der jeweils gültigen  Fassung zu arbeiten.

Wird ein Kleingartenpachtvertrag gekündigt, hat der Pächter einen Anspruch auf angemessene Entschädigung für die von ihm eingebrachten oder übernommenen Anpflanzungen, Anlagen und Baulichkeiten, soweit diese im Rahmen der kleingärtnerischen Nutzung üblich sind.  
Die Wertermittlungskommission (mind. 3 Personen) wird die Höhe der Entschädigung festsetzen, die vom Pachtnachfolger an den abgebenden Pächter zu zahlen ist.

Eine Werterstattung durch den Verein ist ausgeschlossen.

Weiteres können Sie unter § 19 unserer Satzung nachlesen.


Eine neue Baumkrankheit ist im Vormarsch:

Apfelrindenbrand


Dieser ca. 10 Jahre alte Baum ist derart stark geschädigt, dass trotz der Äpfel am oberen linken Ast eine weiter Erhaltung nicht sinnvoll war. Er wurde in einem Stück (mit Wurzel) entfernt.

Ein aktuelles Thema ist die Baumkrankheit Apfelrindenbrand, hervorgerufen durch den Pilz Diplodia mutila, die bei Nichtbehandlung zum Totalverlust des befallenen Baumes führen kann und die hochgradig ansteckend ist.


Erscheinungsbild: An der befallenen Stelle reißt die Rinde auf, hauptsächlich am Stamm und an starken Ästen, und die Wunde wird nicht (wie beim Baumkrebs) überwallt; das Holz und die Rinde verfärbt sich braun bis schwarz und wird faulig. Im Anfangsstadium dellt sich die Rinde leicht ein - diese Dellen sind aber schwer zu erkennen.

Infektionsweg: Der Befall erfolgt über die Rinde. Der Pilz breitet sich zunächst in der Rinde, bevorzugt im Kambium, aus und wandert von dort in das Splintholz. Kleine Verletzungen der Rinde (wie sie z.B. beim Entfernen von Flechten oder durch Stöße mit dem Rasenmäher entstehen) können die Eintrittspforte für den Pilz sein; ebenso ist infiziertes Werkzeug eine Infektionsquelle - daher ist das Werkzeug nach der Behandlung eines kranken Baumes unbedingt und sofort mit Spiritus o.Ä. zu desinfizieren.

Behandlung: Mittel zur Vorbeugung und Behandlung des Befalls sind z.Zt. nicht bekannt. Der Pilz wird als Schwächeparasit eingestuft, der an durch Hitze- und Trockenstress vorgeschädigten Bäumen in Erscheinung tritt.

Vorbeugung: Eine ausgeglichene Versorgung mit Wasser und Nährstoffen (Düngung nach Bodenprobe) können helfen den Befall zu vermeiden. Zu viel Stickstoff macht die Pflanzen mastig und wenig widerstandsfähig. Eine Baumscheibe, die frei von Bewuchs ist, ist in jedem Fall zu empfehlen. Befallene Stellen sofort entfernen! Hierbei ist die Schnittfläche auf Verfärbungen zu überprüfen und ggf. weiter hin zum Stamm noch einmal zu schneiden. Die entfernten Teile sind unverzüglich und vollständig aus dem Garten zu entfernen. Die entstandenen Schnittflächen sind mit fungizid-haltigen Wundverschlussmitteln behandeln.


Text: L. Stenzel unter Zuhilfenahme einer Broschüre der Forschungsanstalt Geisenheim, Fachgebiet Obstbau (Prof. Dr. Peter Braun)


Kräuselkrankheit bei Pfirsichbäumen


Die Kräuselkrankheit ist die bekannteste pilzliche Erkrankung der Pfirsichbäume und einfach zu bestimmen. Schon im Frühjahr haben die Pfirsichbäume stark gekräuselte Blätter. Die durch den Pilz durchwucherten Teile des Blattgewebes verdicken sich und verfärben sich rötlich oder je nach Sorte weißlich-grünlich. Auch Nektarinen und Mandelbäumchen können infiziert werden. Befallene Blätter fallen schon im Frühsommer ab, was den Baum sehr schwächt. Er treibt zwar wieder aus, die Blütenbildung für das nächste Jahr wird aber stark eingeschränkt.

Beim sichtbaren Befall ist keine Bekämpfung mehr möglich!

Vorbeugung und Bekämpfung

Eine frühzeitige Beseitigung der befallenen Blätter bis Mitte Mai reduziert das Infektionspotential. Pfirsichen brauchen Wärme und einen humusreichen Boden. Kalte, nasse Böden vertragen sie nicht. Düngen mit Kompost und Pflanzenstärkungsmitteln.
Achtung: Baumscheibe in ausreichender Größe belassen.

Wer seine Pfirsichbäume vor der Kräuselkrankheit schützen will, muß früh im Jahr mit Schutzmaßnahmen beginnen. Da die Sporen des Pilzes in Rindenritzen, auf Trieben und Knospenschuppen überwintern, kann sich der Pilz beim Öffnen der Knospenschuppen und bei gleichzeitig feuchter Witterung schnell ausbreiten.

Die Krankheit kann nur vorbeugend, in einer ganz kurzen Zeitspanne bekämpft werden und zwar:

die 1. Spritzung beim Schwellen der noch geschlossenen Knospen, die 2. etwa 10 Tage danach beim Knospenausbruch (Feb./März) mit Compo Duaxo® Universal Pilz-Frei (neu zugelassen).

Bei Neupflanzung bitte auf pilztolerante Sorten achten.

Inge Hammel, im Januar 2012

 
 
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